Posts mit dem Label Nordkalottleden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nordkalottleden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 17. August 2006

Etappe 11: Rautojaure nach Vaisaluokta

Schon kurz hinter dem Rautojaure wird der Wald immer dichter. Der Weg verläuft nahezu auf der selben Höhenlinie. Es gibt eigentlich keine Anstiege mehr. Ein paar Mal verläßt der schon tief eingefurchte Pfad den Wald und führt auf Bohlen über Sumpfgelände.



Vaisaluokta am AkkajaureWährend es am Morgen noch trocken war, zieht hinter mir eine recht brohliche, schwarze Wolkenwand auf. Richtung Akka scheint noch die Sonne. Ich verzichte auf längere Pausen und gehe schneller und komme zunächst auch wegen des einfachen Geländes gut voran. Doch die Wolkenwand ist schneller und auf den letzten Kilometern vor Vaisaluokta, schon an den Ufern des Akkajaure, wird der Pfad im Wald schwierig. Ich werde durch überwucherte Felsen ausgebremst. Es geht wahrlich über Stock und Stein.

Als ich die Vaisaluoktahütte erreiche, fängt es richtig an zu regnen. Kurz vorher haben mich im Wald das erste mal auf dieser Tour noch einmal Mücken und vor allem fiese Beißfliegen richtig traktiert. Durch das heraufgezogene Unwetter wird es eine volle Nacht in der Hütte. Alle Betten sind belegt, sogar auf dem Boden schlafen Wanderer.

Am nächsten Tag bleibe ich noch in Vaisaluokta. Ich gehe in das etwa ein Kilometer entfernte Dorf durch den Wald und kaufe dort Fisch und Brot bei einer Samin. Ich schaue ihr noch beim Brotbacken in ihrem Backhaus zu, bevor ich am Ufer des Akkajaure mit seinem beeindruckenden Panorama wieder zur Hütte zurück gehe.

Länge: 12,6 Kilometer

<<< zur Etappe 10 | von vorne anfangen >>>

Mittwoch, 16. August 2006

Etappe 10: Valldajåhkå - Rautojaure

Nach durchregneter Nacht geht es weiter. Der Weg führt fast den ganzen Tag am Fuße des Rautaive entlang, ein aus der Ferne recht beeindruckender Tafelberg, aus der Nähe betrachtet ist er nichts Besonderes. Lediglich einige Wasserfälle lassen Abwechslung auf dem fast schnurgerade, immer mal wieder auf und ab verlaufenden Pfad aufkommen.



In Richtung Norden sehe ich das felsige Tal aus dem ich gestern gekommen bin. In Richtung Osten erstreckt sich ein riesiges Waldgebiet in der Ebene, komplett weglos scheint es zu sein. Im Laufe des Vormittag geht der Blick nördlich noch einmal bis zum Björntoppen bei Röysvatn.

Der Tag zieht sich etwas in die Länge, bis ich irgendwann die ziemlich heruntergekommene Schutzhütte am Rautojaure erreiche. Ich räume sie auf, obwohl ich teilweise Ekeliges beiseite schaffen muss. Letztlich bin ich aber froh ein Dach über dem Kopf zu haben, denn wieder kündigt sich Regen an.

Länge: 14,4 Kilometer

<<< zur Etappe 09 | Etappe 11 >>>

Dienstag, 15. August 2006

Etappe 09: Röysvatn - Valldajåhkå

Blick über die Roeysvatn-EbeneSchön, dass es nach dem ruhigen Tag in Röysvatn weitergeht. Auf den ersten Kilometern über die durchfurchte Hochebene mit vielen kleinen Seeen begleiten den Wanderer immer wieder große Steinmännchen. Seit langem wieder einmal eine deutliche Wegkennzeichnung. Die werden auf dem neuen Wegstück südlich um den Berk Rikkek herum, auf der schwedischen Seite, allerdings schon wieder deutlich weniger. Immer wieder muss man in Schluchten hinab- und wieder hinsteigen.



Dann geht es auf gerölligem Weg immer nach Süden, auf dem gut fünf Kilometer langen Hangweg des Skájdevárre. Achtung: Ältere Karten führen hinab in das Tal des Skájdejåhka - dieser Weg ist mittlerweile versumpft. Der neue Weg läuft weit oben am Hang des Skájdevárre!!!

Unterdessen sieht man in südöstlicher Richtung schon wieder den Akka. Ich meine auch schon den See, in der untergehenden Sonne glitzern zu sehen. Ganz am südlichen Ende des Skájdevárre, gegenüber eines großen Tafelberges, dem Rautåive, geht der Weg nach Westen, Richtung Norwegen den Hang hinunter. Bei bewölktem Himmel scheint hier die in Norwegen tief stehende Sonne extrem flach unter den Wolken in die Ebene hinein!!!

ValldajahkaDer Valdajåhkå, den ich im Tal erreiche, kann besonders im Frühjahr unpassierbar (!!!) hohe Wasserstände haben. In der Regel muss gewatet werden. Die flachste Stelle befindet sich dort, wo der Valdajåhkå auf der Karte in engen kurzen Schleifen fließt. Nach erfolgreicher Überquerung empfiehlt es sich, am Ufer gleich das Zelt aufzubauen.

Länge: 19,7 Kilometer

<<< zur Etappe 08 | Etappe 10 >>>

Sonntag, 13. August 2006

Etappe 08: Pauro - Röysvatn

Auch diese Etappe hätte ich besser in zwei Tagen gehen sollen. Nach der Hütte heißt es zunächst eine Watstelle überwinden und dann auf einer schmalen Landzunge in den See hinaus gehen. Am Ende der Landzunge muss dann eine Distanz von nur 30 Metern gerudert werden. Am anderen Ufer heißt es dann mit zwei Booten zurück und dort eines stehen lassen und wieder zurück auf die andere Seite. Dann sollte an jedem Ufer wieder ein Boot stehen. Fehlt ein Boot an einem oder anderen Ufer, kann zur Not das Alu-Kanu von der Hütte geholt werden.



Brücke über den NoaidejavriNach der Bootspassage geht es über einen Hügel an einen weiteren Arm des Sees entlang, der über eine extrem wackelige Brücke an seiner schmalsten Stelle überwunden wird. Unten strömt brausend das Gletscherwasser des Gihccejiekna-Gletschers, der bereits den ganzen Vormittag westlich des Weges mit seiner riesigen Eisfläche in der Sonne glitzert.

Am Hang des Noajdejahka geht es weiter. Auf dem Pfad verlieren sich immer wieder die Wegzeichen. Etwa einen halben Kilometer, nachdem man linker Hand eine im Tal auf einer Landzunge am Kåbtåjaure liegende Rentierhütte passiert hat, gibt es Handy-Empfang (!). Zwei weitere Kilometer später muss man sich entscheiden, ob man den Spaddejávrre und den Skuogejávrre an seinem südöstlichen Ufer (offizieller Weg) oder am nordwestlichen Ufer weitergeht. Ich entscheide mich für die kürzere inoffizielle Variante.

Der nordwestliche Weg entlang des Berges Skuogetjåhkkå spart gute vier Kilometer und ist komplett ausgesetzt. Es ist aber leicht sich am Seeufer zu orientieren, dem man sich allerdings auch nicht zu sehr nähern sollte. Möglicherweise muss man sich an den Zuflüssen geeignete Watstellen suchen. Mir begegnete in diesem Tal eine kleine Rentierherde, die mich mutig aus ihrem Revier verscheuchen wollte.

Aus heutiger Sicht würde ich am Ende des Sees das Zelt aufschlagen und nicht mehr hoch zur Röysvatn-Hütte gehen. Der Weg sieht auf der Karte kurz aus, ist aber wegen seiner häufigen Ausgesetztheit und der zahlreichen Geröllfelder in der einbrechenden Dunkelheit nur schwer begehbar.

RoeysvatnIch erreiche den Pass in der Dämmerung und gerate während der Pasage immer weiter vom Weg ab. Oben angekommen, ist es fast dunkel und ich muss durch ein Labyrinth aus Felsen und kleinen Seen den Weg abseits des Weges zur Hütte finden. Das gelingt mir nur dank meines GPS-Gerätes gegen 23 Uhr. Danach falle ich nur noch erschöpft in die Hütte und nach dem Essen in einen Tiefschlaf bis zum nächsten Mittag. Den kommenden, sonnigen Tag verbringe ich in Röysvatn. Eine wunderbare Ruhe.

Länge: 25,3 Kilometer

<<< zur Etappe 07 | Etappe 09 >>>

Samstag, 12. August 2006

Etappe 07: Sitasjaure - Pauro

Achtung - dies ist eine sehr lange Etappe, sie scheint zumindest so. Kurz hinter der Hütte geht der Weg über eine autotaugliche Brücke und dann direkt hinauf in den Pass. Der scheint vom See aus kürzer als er ist und verläuft leider zunächst weiter parallel zu einer Überlandleitung und immer wieder über Geröllpassagen.

Baugevatnet zwischen Sitas und PauroErst nach dem steilen Anstieg auf das Passplateau verschwindet die Trasse nach rechts. Über das Hochplateau erreicht man nach einer möglichen Watstelle dann das Bauggevattnet mit einem unglaublichen Panoramablick hinunter ins Tal auf den See.



Hier geht es dann westlich den Hang hinunter, bis der Weg das Ufer erreicht. Der Uferweg folgt bis zum Ende des Sees die Wasserlinie und führt dann in ein Tal hinein. Eine schön wackelige und hohe Brücke führt über den Fluss, der rauschend aus dem Bauggevattnet fließt. Dann geht es einen Hang hinauf . Die langegozogene Bergkuppe des Geitunden gerät in den Blick. Die gilt es zu umrunden, um dann einen noch vier Kilometer weiten Blick hinunter auf die Paurohütte zu genießen. Die erreicht man aber erst wenn man weiderum am Seeufer zahlreiche Watstellen überwunden hat.

Ich würde die Etappe sicher nicht nocheinmal in dieser Länge gehen, sondern lieber auf halbem Weg das Zelt aufbauen. Dann müsste man aber auch für einen Tag mehr Proviant tragen müssen.

Länge: 21,6 Kilometer

<<< zur Etappe 06 | zur Etappe 08 >>>

Freitag, 11. August 2006

Etappe 06: Skoaddejávre - Sitasjaure

Kjårdavatnet, NorwayAuf dieser Etappe überschreiten Wanderer gleich mehrfach die schwedisch-norwegische Grenze. Zunächst führt der Pfad immer entlang der Grenze auf norwegischer Seite durch eine wahre Mondlandschaft. Nach gut sechs Kilometern erreicht man einen steilen Berghang, der hinab zu einer Schotterpiste führt. Besonders wenn es regnet ist hier äußerste Vorsicht geboten, denn die Steine sind glatt und rutschig, teilweise gibt es Schneefelder, selbst im August.



Gut einen Kilometer schlängelt sich der Pfad hinab, bis endlich die schon so nahe geglaubte Straße erreicht wird. Nach der Felsenkletterei ist die Straße, die bereits nach weniger als einem Kilometer nach Schweden führt, eine wahre Erhohlung. Immer wieder habe ich gehört, dass das Stück so öde sein soll. Mir kam das nicht so vor. Es gab schöne Blicke und außerdem war der Himmel über mir strahlend blau.

SitasjaureNach rund sechseinhalb Kilimetern erreicht man wiederum kurz hinter einem neuerlichen Grenzübertritt nach Schweden eine Kreuzung mit einem Parkplatz. Hier beginnt die Piste zum Sitasjaure, den man nach gut drei weiteren Kilometern erreicht. Es geht weiter am See entlang und erneut über die Grenze nach Norwegen. Dort erreicht man nach weiteren zwei Kilometern die unterhalb der Piste, direkt am See gelegenen Hütte. Ok, weit abseits der Zvilisation fühlt man sich hier nicht, auch einige Strommasten trüben die Sicht. Aber der See ist dennoch herrlich und lädt an einem schmalen Strand (!) zum Baden ein.

Länge: 18,8 Kilometer

<<< zur Etappe 05 | zur Etappe 07 >>>

Donnerstag, 10. August 2006

Etappe 05: Gautelis - Skoaddejávre

Einmal abgesehen von dem Teilstück zwischen der Gautelis-Hütte und dem Staudamm am westlichen Ende des Sees, hat diese Etappe in die Hochebene von Skoaddejávre wenig spektakuläres zu bieten. Im Gegenteil - für gut eineinhalb Kilometer geht es entlang einer Straße und dann für gut vier Kilometer einen öden Hang hinauf. Ein kleiner See war schon ein Highlight.



Gautelifjelet, NorwayNachdem die Hochebene erreicht ist, liegt eine extrem felsige Landschaft vor dem Wanderer. Während es wieder leicht bergab geht, rückt der kleine See Skoaddejávre ins Blickfeld. Wer den Blick in südlicher Richtung über das Wasser schweifen lässt, erkennt weit weg am Horizont ein großes Gebirgsmassiv mit sehr charakteristischen Gletschern, die in der Sonne strahlen. Auch wenn ich es zunächst nicht glauben konnte, ein Blick auf die Karte bestätigt die erste Vermutung. Es ist tatsächlich das rund 40 Kilometer entfernte Akka-Massiv, das Ziel meiner Tour. Ich freue mich, dass ich meinen Lieblings-Berg sofort erkannt habe und fühle mich fast wie Zuhause.

Immer wieder blicke ich fast ungläubig zum Akka, während der Pfad immer dichter an den See rückt Der Akka scheint zum Greifen nahe, obwohl ich noch so einige Tagesetappen vor mir habe. Ich erreiche die Skoaddejávre-Hütte am frühen Abend, schlage aber mein Zelt etwas weiter den Pfad entlang direkt am Seeufer auf, mit dem Blick auf "meinen" Akka und genieße den Abend unter blauem Himmel.

Länge: 22,2 Kilometer

<<< zur Etappe 04 | zur Etappe 06 >>>

Dienstag, 8. August 2006

Etappe 04: Chainavagge - Gautelis

Nach dem regnerischen Aufstieg, scheint an diesem Morgen die Sonne. Mein ursprüngliches Ziel war Skoaddejávri, aber schon schnell merke ich, dass das nicht machbar ist, weil schon kurz nach der Chainavaggehütte ausgedehnte Geröllfelder mit teilweise riesigen Steinen und oft ausgesetzten Wegmarkierungen zum Schneckentempo zwingen. Wenn die Wolken tief hängen, was bei mir im Laufe des Tages passiert, wird man noch langsamer auf den glitschigen Steinen. Weder auf der Karte noch auf meinen Fotos ist der tatsächliche Schwierigkeitsgrad der Etappe zu erahnen. Das Verletzungsrisiko ist jedenfalls hoch.



Nach Überquerung des Passes, gut sechs Kilometer hinter der Chainavaggehütte, müssen sich Wanderer entscheiden: Entweder weiter Richtung Skoaddejávri gehen und in der Nähe der Straße das Zelt aufschlagen oder aber Richting Südosten, zur Gautelishütte gehen. Dafür habe ich mich entschieden und wollte von dort wieder nach Schweden, da ich mir das Verletzungsriko als Alleinwanderer zu groß war.

GautelisNach einem schönen Abend in der Gautelishütte einem sonnigen Tag am See und den Gesprächen mit mehreren norwegischen "Bikini"-Wanderinnen entscheide ich mich, meinen Weg doch zu gehen. Ich kann einen Pausentag am Gautelisvatnet nur empfehlen. Es ist wunderschön dort, zum Relaxen, zum Baden und für kleine Ausflüge in die umliegenden Berge. Außerdem ist der See beliebtes Ausflugsziel für Rentiere - die Tagesrast stärkt für die folgende Etappe nach Skoaddejávri.

Länge: 14 Kilometer

<<< zur Etappe 03 | zur Etappe 05 >>>

Montag, 7. August 2006

Etappe 03: Unna Allakas - Cunojavrre - Chainavagge

Schon bei den Gesprächen in der Hütte stelle ich fest, dass es ab jetzt deutlich einsamer werden könnte. Viele Wanderer zieht es von Unna Allagas über den Snárapoavi-Pass nach Allesjaure und dort auf den Kungsleden. Andere schlagen den Weg zum Abiskojaure ein.

Grenzstein 263 bei Unna AllagasIch aber mache mich auf, zu der nur nur gut eineinhalb Kilometer hinter der Hütte liegenden norwegischen Grenze, die ich am Grenzstein 263 überquere. Nur wenig später erreiche ich den feinen Sandstrand am Cunojávri, von dem aus am anderen Ende des Sees schon die gleichnamige Hütte zu sehen ist. Ein Schwede der mit entgegenkommt, hatte sich nicht getraut über die schwankende Brücke zu gehen, die gut eineinhalb Kilometer hinter der Hütte liegt.



Bis zum Cunojávri scheint sogar noch die Sonne, dann aber ziehen tief hängende Wolken auf. Die Sichtweite sinkt und ich bin zum ersten Mal froh, ein GPS-Gerät zu haben. Auf der weiten Ebene, mit einer deftigen Flussdurchwatung, hätte ich sonst wohl nicht den Weg zur nächsten Brücke gefunden. Hinter der verliert sich dann noch die Wegmarkierung. Tipp: Der auf der Karte eingezeichnete Weg zum Chainavagge-Pass führt durch sehr sumpfiges Gelände. Besser ist es, weiter oben am Hang in das Seitental zum Pass zu gehen.

ChainavaggeDer dann folgende Aufstieg zur Hütte auf etwa 1000 Meter Höhe ist lang, aber wegen des noch (!) fehlenden Gerölls verhältnismäßig einfach. Nachdem der erste kleine See passiert ist, kommt nach weiteren zweieinhalb Kilometern die wunderbar gelegenen Hütte - bei schönem Wetter ein Traum, bei schlechtem ist kaum etwas zu sehen (ACHTUNG NOT/DNT-Schlüssel erforderlich).

Länge: 18,5 Kilometer

<<< zur Etappe 02 | zur Etappe 04 >>>

Sonntag, 6. August 2006

Etappe 02: Abiskojaure - Unna Allakas

Am Abend noch Sonnenschein, am Morgen tröpfelt Regen auf mein Zelt. Nach dem Frühstück geht es weiter durch dichten Birkenwald, bei Regen eine nasse Angelgenheit, nicht nur von oben. Nicht immer ist der Pfad zweifelsfrei zu erkennen und manchmal setzt die Wegmarkierung aus, was in den kommenden Tagen noch häufiger passieren soll.

Kotte im Samendorf RowidiewaNach gut fünf Kilometern beginnt die Samen-Sommersiedlung Rovvidievva. Dort sollten Wanderer in Richtung Unna Allakas nicht links über die Brücke gehen, sondern weiter auf einem unscheinbaren Pfad (!). Über den erreicht man die im August verlassene Siedlung, die fast wie eine Geistersstadt wirkt. Die Hoffnung samisches Brot und geräucherten Fisch zerschlägt sich beim Anblick verriegelter Türen und Fenster.



Also weiter durch den Wald, entlang des Flusses Kamajåkka. Nach gut vier Kilometern lichtet sich der Wald. Der Blick wird weiter und linker Hand liegen kleine Seen, in denen man mit Glück Elche baden sehen kann, was mir passiert (mein erster Elch!). Der Pfad führt weiter durch ein nahezu waldloses Tal. Immer wieder müssen kleine Hügel überwunden werden. Da die Landschaft nicht sonderlich spektakulär ist, zieht sich der Weg in die Länge.



Gut eineinhalb Kilometer vor der STF-Hütte müssen zwei drei harmlose Watstellen überwunden werden. An der Hütte geht es kurz einen Hang hinauf. In Unna Allakas trifft der Pfad wieder auf den Nordkalottleden, der vom Allesjaure herüberführt. Wanderer, die der offiziellen Wegführung von Abiskojaure über Allesjaure nach Unna Allakas folgen, müssen einen Tag mehr einplanen.

Länge: 21,2 Kilometer

<<< zur Etappe 01 | zur Etappe 03 >>>

Samstag, 5. August 2006

Etappe 01: Abisko - Abiskojaure

Abiskojahka, SwedenDie erste Etappe ist eine im Vergleich zu dem, was da noch kommt, vergleichsweise einfache Etappe. Bis zum Abiskojaure verläuft der Nordkalottleden parallel zum viel begangenen Kungsleden. Entsprechend breit und ausgetreten ist der Pfad, der sich ohne große Steigungen zunächst durch einen Birkenwald schlängelt. Der Abisko Nationalpark ist auch gut für Tageswanderungen und deswegen begegnen einem immer wieder Menschen mit leichtem Gepäck, manche nur mit einer Kameratasche. Der Weg führt immer entlang des Abiskojåkka, der nah an Abisko noch in einer tiefen Schlucht teilweise schäumend und rauschend zum See Torneträsk fließt.



Nach etwa acht Kilometern kommt der Abiskojaure ins Blickfeld. An seinen Ufern bieten sich zahlreiche Picknick- und auch Übernachtungsplätze. Nach gut vier Kilometern ist schon das Ende des kleinen Sees erreicht. Am gegenüberliegenden Ufer weht die schwedische Fahne an der STF-Hütte. Die erreichen Wanderer über eine Hängebrücke.



Der Hüttenwart sorgt sich, dass möglicherweise zu viele Gäste kommen, was ihn auch wegen des niedrigen Wassrstandes vor Probleme stellt. Ich wollte ohnehin weiter und verlasse den Hauptweg und schlage mich zunächst durch dicht stehende Birken auf den Nebenweg in Richtung Unna Allakas. Nach vier Kilometern stelle ich an dem Seitenfluss Hoigahjohka mein Zelt auf. Die Sonne scheint, das Moos ist weich, der Blick weit.

Länge: 12 Kilometer

<<< die Anreise | zur Etappe 02 >>>

Donnerstag, 3. August 2006

Die Tour: Von Abisko bis Ritsem mit Karte und GPS

Rund 230 Kilometer lang ist die Tour insgesamt und beginnt da, wo auch Kungsleden-Wanderer von Norden aus starten, in Abisko. Nach einer Tagesetappe führt der Weg entweder direkt nach Unna Allagas oder über Allesjaure in einer zusätzlich Tagesetappe dorthin.

Hinter Unna Allagas geht der Nordkalottleden zum ersten Mal über die norwegische Grenze. Bis Rautojaure folgt der Weg dann weitgehend dem Grenzverlauf. Am Ende führt er zum Berg Akka am Akajaure, wo die Fähre nach Ritsem geht. Wer noch mehr Einsamkeit sucht, startet in Riksgränsen oder Katterjåkk auf der Höhe von Abisko und folgt von Anfang an dem Grenzverlauf.



- 01. Etappe: Abisko - Abiskojaure (12,9 km)
- 02. Etappe: Abiskojaure - Unna Allagas (21,2 km)
- 03. Etappe: Unna Allagas - Chainavagge (18,5 km)
- 04. Etappe: Chainavagge - Gautelis (14 km)
- 05. Etappe: Gautelis - Skoaddejávre ( 22,2 km)
- 06. Etappe: Skoaddejávre - Sitashytene (18,8 km)
- 07. Etappe: Sitashytene - Pauro (21,6 km)
- 08. Etappe: Pauro - Röysvatn (25,3 km)
- 09. Etappe: Röysvatn - Valldajåhkå (19,7 km)
- 10. Etappe: Valldajåhkå - Rautojaure (14,4 km)
- 11. Etappe: Rautojaure - Vaisaluokta (12,6 km)

*.GPX- und *.KML-Download

Die Tour auf dem Nordkalottleden habe ich auch für GPS-Geräte vorbereitet. Die beiden GPX-Dateien können hier heruntergeladen werden. Da ich die Wegpunkte von der oben beschriebenen Papierkarte abgelesen und in meine GPS-Software gefüttert habe, gibt es teilweise Abweichungen oder Ungenauigkeiten im Vergleich zur tatsächlichen Wegführung. Mehr als 10 Meter sollten es aber nicht sein. Dennoch eignen sich die Dateien hervorragend zur Orientierung über die Wegrichtung und Entfernungen zur nächsten Brücke oder Hütte z.B.. Wer vom Weg abgekommen ist, findet damit auch wieder zurück. (Die Benutzung erfolgt jedoch auf eigene Gefahr!)

- GPX-7-Datei herunterladen

Zusätzlich habe ich KML-Dateien erstellt, die wahlweise in GoogleEarth oder in GoogleMaps betrachtet werden können.

- KML-Datei herunterladen

<<< die Sámi | die Anreise >>>


<<< der Weg | die Anreise >>>

Mittwoch, 2. August 2006

Der Weg: Der Nordkalottleden, die Nordkalottruta

Die Route ist ein Teil des Fernwanderweges, der in Schweden Nordkalottleden und in Norwegen Nordkalottruta heißt, mit einer Gesamtlänge von 800 Kilometern. Der Weg wurde erst 1993 offiziell eröffnet, vom schwedischen Königspaar und dem finnischen Staatspräsidenten sowie dessen Frau.

"Nordkalotte bezeichnet den nördlich des Polarkreises liegenen Teil der N-Halbkugel", schreibt Peter Bickel in seinem Buch "Nordskandinavien", im übrigen der einzige Führer, der diesen Weg in voller Länge beschreibt:

Der Weg startet im norwegischen Kautokeino und führt kurz über Finnland nach Kilpisjärvi in Schweden (1. Etappe: 221 Kilometer in 12 Tagen). Weiter geht es ins schwedische Abisko (2. Etappe: 172 Kilometer in 10 Tagen). Ab hier führt der Weg durch die Narvik-Berge entlang der schwedisch-norwegischen Grenze bis ins schwedische Ritsem am Berg Akka (3. Etappe: 200 Kilometer in 12 Tagen). Ab dort folgt der Weg dem Padjelantaleden zum Virihaure und Saltoluokta und endet dann nach 800 Kilometern im schwedischen Kvikkjokk (4. Etappe: 175 Kilometer in 11 Tagen).

Ich habe für meine Tour die Strecke durch die Narvik-Berge gewählt, weil sie die nördliche Verlängerung meiner Tour auf dem Padjelanta- und dem Kungsleden im Jahr 2005 war.

<<< das Ziel | die Tour >>>