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Montag, 25. Juli 2005

Etappe 09: Njunjes - Kvikkjokk

Tarraätno, Laponia, SwedenAuf dieser Etappe geht es ein wenig um die Zeit, denn wer möchte schon am Rande eines Sumpfgebietes, in einem vermückten Wald, etwa 3,5 Kilometer vor dem Ziel Kvikkjokk auf die rund 10 Euro teure Fähre warten? Die fährt nur zweimal am Tag, mittags und abends. Der Weg ist im Vergleich zu den vorherigen Tagen wenig aufregend und führt auf Forst- und Landwirtschaftswegen bis zu Fährstelle.



Der größte Teil der Strecke geht durch dichten Nadelwald, der irgendwann an den Fluss führt. Der Weg ist eigentlich sogar recht öde, aber ein sanftes Terrain, um meine geschenkten Gummistiefel zu testen. Ich überstehe die moderate Strecke blasenlos. Bequem ist der Bauarbeiter-Gummistiefel mit Stahlkappe aber nicht. Er zieht die Füße wie Blei an den Boden. Dennoch entscheide ich mich, weiter zu wandern und die kaputten Wanderstiefel in Kvikkjokk an einen Baum zu hängen (RT 90: X 7430189, Y 1583719). Kvikkjokk ist aber nicht so schön und auch für neuen Proviant eher mau.

Hier begegnet der Padejelanta-Wanderer nach neun oder mehr Tagen das erste Mal wieder Autos, Asphalt, Strom und einer Dusche. Letztere gibt es entweder auf zwei Campingplätzen oder aber in der STF Fjällstation. Der STF-Supermarkt oder ein weiterer an einem Restaurant mit Naturum am Ortseingang sind die einzigen Möglichkeiten, den Proviant aufzufrischen. Die Auswahl in beiden Läden ist allerdings dürftig und teuer dazu. Es gibt noch nicht einmal das Standard-Wanderer-Frühstück Müsli, das ich dann vom STF-Frühstücksbüffet "geklaut" habe.

Gamajahka bei KvikkjokkBeeindruckend sind die Wasserfälle des Gamajahka hinter der Fjällstation. Die ist Kreuzungs-, Start- oder Endpunkt für viele Wanderer auf dem Padejelanta- und dem Kungsleden. Außerdem trifft man jede Menge Ausflügler, die es in die Sackgasse und das Tor zur Wildniss Kvikkjokk gezogen hat. Trekker reizen die Ausflüge von Kvikkjokk aus wohl eher nicht. Vielleicht besuchen sie die wirklich schöne Kirche (Foto) oder eine Silbermine unterhalb der Fjällstation. Mich zieht es nach zwei viel zu langen Tagen weiter auf dem Kungsleden, vorbei am Baum mit meinen Wanderschuhen, in Richtung Saltoluokta. Erste Etappe ist Pårte.


Länge:
14 Kilometer

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Sonntag, 24. Juli 2005

Etappe 08: Såmmarlappa - Njunjes

Offerplats Basseuksa, Laponia, SwedenDiese Etappe entlang des Tarrekaise-Massivs ist lang und bei Regen sehr feucht. Immer wieder muss der Wanderer riesige Geröllfelder überqueren. Aber nicht alle sind so gut zu sehen, wie das auf dem Foto oben. Viele der Geröllfelder sind überwachsen oder liegen im Dickicht der Birkenwälder mit ihren eben so dichten und bunten Blumenwiesen. Oft beeindrucken Wasserfälle und der "Offerplats" etwa zwei Kilometer hinter der Tarrekaise-Hütte.



Etwa 2,5 Kilometer vor der Hütte geht es an einer Wegkreuzung nach rechts auf den Nordkalottleden Richtung Vaimok. Wir bleiben weiter auf dem Padjellantaleden und machen Rast an der Tarrekaisestugan. Danach geht es weiter ins gut acht Kilometer entfernte Njunjes. Kurz vor dem "steilen" Abstieg liegt rechter Hand am Fluss ein guter Zeltplatz. Ich nehme aber die Njunjes-Hütte und bekomme von der Stugvärd ein Paar Gummistiefel, als Ersatz für meine kaputten Wanderstiefel.


Länge:
19 Kilometer

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Samstag, 23. Juli 2005

Etappe 07: Tarraluoppal - Såmmarlappa

Lappland-Blume, Samarlappa, Laponia, SwedenDirekt hinter Tarraluoppal führt der Weg östlich an einem See vorbei. Die Vegation wird immer üppiger, bis der Wanderer irgendwann tatsächlich einen dichten, aber niedrig gewachsenen Wald erreicht. Gleichzeitig wird das Tal immer enger. Teilweise führt der Weg, auf höherem Niveau als der Fluss, durch dicht bewachsene Blumenwiesen, mit einer ungewöhnlichen Farbenpracht und Artenvielfalt.



Während ich den Wald des Tarradalen durchwandere, regnet es in dünnen Fäden aus tief hängenden Wolken. Da ist ein solch dichter Wald kein Nässeschutz, sondern ist eher nass und ein Feuchtigkeitsspeicher. Als ich nach einem zähem Weg durch das Dickicht, in dem ich teilweise den Waldboden nicht sehe, die STF-Hütte in Samarlappa erreiche, bin ich schon recht froh. Hier unten gibt es nach den windigen Tagen im Fjäll auch wieder recht viele Mücken. Die Hütte ist eine wahre Mückenstation und draußen surrt es gewaltig in der Luft - wie im Urwald eben.

Länge: 15 Kilometer

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Freitag, 22. Juli 2005

Etappe 06: Tuottar - Tarraluoppal

weites LandFür mich war diese Etappe bis hierher die schönste. Eine noch schönere sollte aber später im Verlauf der Tour noch kommen (Skierffe am Rappadalen). Die Hochebene zwischen Tuottar und Tarraluoppal bietet immer wieder Blicke auf kleine und große Seen. Im Süden rückt der Weg immer dichter an die Bergmassive des Sarek Nationalparks heran. Bei dem guten Wetter ist die Hochebene eine leichte Sache. Bei schlechtem Wetter ist es aber bestimmt recht ungemütlich.



Ich erreiche schon am frühen Nachmittag, etwa zwei Kilometer oberhalb von Tarraluoppal, einen Platz, der direkt an einem Bach geradezu ideal für das Zelt ist. Ich genieße den ganzen Abend über den unglaublichen Blick in das weite Tal, das sich ein paar Kilometer hinter Tarraluoppal verengend als Tarradalen in einem weiten Bogen bis nach Kvikkjokk erstreckt. Erst am Morgen übergehe ich Tarraluoppal und wandere weiter in diesen von einem Urwald geprägten Talbogen.

Länge: 11 Kilometer

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Donnerstag, 21. Juli 2005

Etappe 05: Staloluokta - Tuottar

Den Rucksack sollte man recht früh schultern, denn die Etappe ist lang und geht auf den letzten beiden Dritteln fast permanent bergan. Lange blicke ich noch zurück auf den Virihaure und werde bei der nun zunehmend herben Landschaft fast ein wenig wehmütig. Auch das Wetter wird herber und kurz vor dem Ziel erwarten zwei breite Waatstellen den Wanderer.



TuottarNach der Übernachtung in einer der diversen kleinen Hütten, beginnt für mich ein sonniger Tag in dem mit "nur" knapp eintausend Höhenmetern höchsten Bereich des gesamten Tour. Der Blick in die Umgebung von einer Anhöhe nahe der Tuottar-Hütten zeigt viele kleine und größere Seen, in einer im Vergleich zur bisherigen Tour deutlich vegetationsloseren Landschaft. Kaum vorstellbar, dass hier vor rund 200 Jahren Bergarbeiter einer Silbermine auch im dunklen Winter ein karges Leben ohne Kontakte zu Außenwelt fristen mussten.

Länge: 19 Kilometer

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Montag, 18. Juli 2005

Etappe 04: Arasluokta - Virihaure, Staloluokta

Zelten bei Saltoluokta, Laponia, SwedenDies ist die wohl kürzeste Etappe der gesamten Tour. Nur zwei Kilometer nach meinem Aufstieg hinter Arasluokta habe ich meine ersten Elche gesehen. Fast hätte ich sie übersehen, denn ich war schon so beeindruckt von diesem unglaublichen Panorama der Bergketten jenseits des Virihaure. Nach Staloluokta führt der offizielle Padjalantaleden westlich um den Stuor Dijdder herum, der alte Padjelanta dagegen führte und führt im Osten an dem Berg entlang.



Ich habe den westlichen Weg genommen, immer mit atemberaubenden Blick auf den Virihaure. Besonders schön ist auch eine kleine Passage zwischen mehreren kleinen Seen hindurch. Hier gibt es wunderbare Zeltplätze und Wasser ist auch in der Nähe. Schon früh am Tag entschied ich mich, kurz vor Staloluokta auf einer Anhöhe zu zelten (sie Karte). Wer nach der 4. Etappe noch Kondition hat, den Weg dorthin direkt nach der Ankunft in Arasluokta noch schaffen. Auch nach Staloluokta ist es von der Anhöhe über dem See nicht mehr weit.

Staloluokta am VirihaureHier geht es geschäftig zu. Die Samen-Sommersiedlung ist berühmter Anlaufpunkt für Fjälltouristen, die sich für 700 SEK (76 Euro) von Saltoluokta, Vietas oder Ritsem aus mit dem Hubschrauber dort hinfliegen lassen. Drei Flüge gehen täglich nach Stalolluokta und zurück.

Zwei samische Familien betreiben in Staloluokta Shops, in denen es neben geräuchertem Fisch und samischem Brot alles möglich zu kaufen gibt, auch Batterien und Filme, Insektenschutz oder Postkarten. In der STF Hütte trifft der Trekker Wanderer aus der ganzen Welt. Die Camping Area an der Hütte ist extrem schön und liegt direkt am Virihaure.

Neben der Proviantbeschaffung eignet sich Staloluokta mit seiner schönen Kottenkirche und der tollen Hängebrücke ideal für Tagesausflüge.


Länge:
14 Kilometer

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Sonntag, 17. Juli 2005

Etappe 03: Låddejåkkå - Arasluokta

KalksteinDiese Etappe gehört zu den kürzeren, aber mit großem Höhenunterschied. In Låddejåkkå, einer großen, recht modernen Hütte, geht es am Morgen zunächst nach Osten, mit einem herrlichen Blick in den Sarek. Nach 400 Metern geht es an einem Wasserfall über eine Brücke, auf die andere Seite des Flusses Låddejåkkå, dann wieder kurz zurück. Fast wieder gegenüber der Hütte geht es zwei Kilometer steil bergauf. Auf einer Hochebene zwischen den Bergen Mulkka und Huornnásj steht eine skurrile Kalksteinformationen.



Beim Abstieg gibt es einen ersten Blick auf das Panorama des Virihaure. Bei meiner Wanderung fing es an wie aus Kübeln zu gießen, deswegen hatte ich leider nicht viel davon. Das Gelände wird nach der Brücke über den Miellädno streckenweise etwas unangenehm und bei Nässe nervt das Buschwerk. Dann stehen die diversen Hütten von Araslukta am Fuße eines Hanges. Die samische Stugvärd (Hüttenwirtin) verkauft geräucherten Fisch (den besten!) und samisches Fladenbroot, eine willkommene Abwechslung zur Trekkingnahrung. Unweit der Hütten steht wieder eine samische Siedlung direkt am Virihaure.

Länge: 13 Kilometer

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Samstag, 16. Juli 2005

Etappe 02: Kisuris - Låddejåkkå

Vastgenjaure, Laponia, SwedenDies ist eine der längsten Etappen der gesamten Tour. Hinter Kisuris geht es zunächst durch Birkenwäldchen in Richtung Westen zum See Kutjaure. Nach gut zwei Kilometer erreicht man die Vuojatstugan, die Hüttenalternative zur Kisurissstugan, für diejenigen, denen die erste Etappe zu kurz ist. Die Vuojatstugan steht in einer Samensiedlung. Weiter geht es nach Südwesten. Der Vuojatätno wird breiter. Immer wieder geht es an seinem Ufern durch Sumpfgebiete.



Nach 13 Kilometern werden drei Brücken am See Sallohaure erreicht (Foto oben), die aber nicht überquert werden. Auf der anderen Seite des Vuojatätno sieht man die Hütten einer weiteren Samen-Sommersiedlung. Es geht weiter am Vuojatätno. Mit wunderbarem Blick auf den Vastenjaure (Foto) wird der seichte Hang des Berges Loádasj umrundet. Auf einer Höhe wird ein Rentiergatter durchquert, bevor es steil bergab zur Låddejåkkåhütte geht.

Länge: 24 Kilometer

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Freitag, 15. Juli 2005

Etappe 01: Akka - Kisuris

Akka von SüdwestenIch beginne den ersten Wandertag an der Akkastugan, die ich bereits am Vorabend mit der 19 Uhr-Fähre von Ritsem aus und dann über einen gut zwei Kilometer langen Bohlenweg erreicht habe. Auch nach der Hütte führt der Weg bis zur großen Hängebrücke über den Vuojatätno (Foto unten) auf Holzplanken durch Sumpf und Birkenwald. Selbst im Hochsommer fließt der Vuojatätno rauschend in den Akkajaure. Die Brücke ist eine der schönsten der ganzen Tour.



Nach der Brücke geht es leicht bergauf und dann immer entlang zwischen dem Akka-Massiv (Foto oben) und dem Vuojatätno in südwestlicher Richtung. Immer wieder werden kleine Seitenbäche auf hölzernen Brücken überquert. Bevor der Wanderer Kisuris erreicht, kommt er an einen Platz, an dem sich die Grenzen der drei Nationalparks Stora Sjöfallet, Sarek und Padjelanta kreuzen. Hier, auf einer Art dreieckigen Insel zwischen zwei Brücken, gibt es schöne Plätze zum Zelten. Auch bei den Kisuris-Hütten, links vom Hauptweg, führt ein Pfad ebenfalls zu schönen Stellen, mit Wasser in Reichweite.

Länge: 14 Kilometer

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